| www.weinwissen.com / Schafskälte |
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Ein in Mitteleuropa regelmässig zu beobachtender Kälterückfall ("Singularität") im Frühsommer, der eine sehr hohe statistische Wahrscheinlichkeit von 89 Prozent aufweist. Tritt meist in der ersten Junihälfte auf. Da zu diesem Zeitpunkt die Schafe bereits geschoren sind und daher sehr unter der Kälte leiden, nannten die Bauern dieses Phänomen „Schafskälte“. Sie wird durch plötzlich einfallende Polarluft ausgelöst und dauert meist nur wenige Tage. In diesen Zeitraum fällt auch einer der bäuerlichen „Lostage“ nämlich St. Metardus (8. Juni). Eine Bauernregel besagt: "Macht Metardus nass, so regnet´s ohne Unterlass" und "wie´s Wetter zu Metardi fällt, es bis zum Monatsende hält". In der meteorologischen Literatur wird das Phänomen der Schafskälte als "europäischer Monsun" bezeichnet. Im Frühsommer erfahren bei deutlicher Erwärmung des europäischen Kontinents die sonst vorherrschenden Westwinde eine Drehung auf Nordwest. Damit stösst frische Meeres- oder auch Polarluft nach Mitteleuropa vor, die zu einer feuchtkalten Witterung führt. Die Schafskälte kann erhebliche negative Auswirkungen auf die Blüte in den Weinbergen haben durch eine Verlängerung der Blütephase bzw. durch Verrieselungen. |
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