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Griechischer Historiker und Schriftsteller (430 - 354 v. Chr.). Einer der prominentesten Schüler des Philosophen Sokrates. Wegen seines einfachen, klaren und zugleich anmutigen Sprachstils und seines schriftstellerischen Fleisses bezeichnete man ihn auch als die „Attische Biene“. Er hinterliess rund 30 Bücher darunter eine siebenbändige Geschichte Griechenlands (Helenika) und ein achtbändiges Werk über die Erziehung des älteren Kyros (Kyrupädie), Gründer des Persischen Reiches. In seinem berühmtesten Werk der „Anabasis“ schilderte er den entbehrungsreichen fünfmonatigen Rückzug von 10.000 griechischen Söldner im Dienste des jüngeren Kyros gegen dessen Bruder Artaxerxes II. nach der Schlacht bei Kunaxa (nahe von Babylon) quer durch Armenien nach Trapezunt an der Küste des Schwarzen Meeres, den Xenophon nach der Ermordung des Heerführers Proxenos erfolgreich leitete. Daneben hat Xenophon zahlreiche Lehrschriften verfasst so z.B. über das Reiten (Ippikos) und die Jagd mit Hunden (Kynegetikos). Seine Wirtschaftslehre „Oikonomikos“, in der sich Sokrates mit Kritobulos über die beste Form der Ökonomie der Hauswirtschaft, besonders des Ackerbaus unterhält , ist nur in Fragmenten einer lateinischen Übersetzung durch Cicero erhalten. (Xenophon, Oikonomikos, Ratgeber für die - bäuerliche - Hauswirtschaft. Deutsche Übersetzung mit Kommentar von Klaus Meyer, Marburg 1975.) Seine Darstellung des attischen Finanzwesens mit dem Titel „Abgaben“ oder „Über die Einkünfte“ (Poroi) enthält u.a. ein Dialog zwischen Sokrates und einem Bauern über das richtige Pflanzen von Rebstöcken und die Pflege der Reben. Demnach seien die Reben in einer gut gelockerten Erde schräg einzusetzen und ringsum gut festzutreten. Die beiden letztgenannten Bücher sind frühe Klassiker den Nationalökonomie. Viele darin niedergeschriebene Gedanken Xenophons wurden von bedeutenden europäischen Staatstheoretikern und Herrschern bis hin zu Macchiavelli oder auch Friedrich II. aufgegriffen. Im „Oikonomikos“ werden sowohl ethische als auch praktische Aspekte der Haushaltsführung eines landwirtschaftlichen Betriebes im Attika des vierten Jahrhunderts erörtert: Ackerbau, Viehzucht und der Verkauf von Grundstücken kommen dabei ebenso zur Sprache wie das Verhältnis der Oikosbewohner untereinander. Insbesondere die Arbeitsteilung zwischen der Hausfrau und des Hausherrn beschreibt Xenophon in Kap. VII – IX. In den „Poroi“ stehen die fiskalischen Belange des attischen Stadtstaates und die Interessen seiner Bürger im Mittelpunkt eines Vorschlags zur Verbesserung der Staatseinkünfte. Die Möglichkeiten einer friedlichen - wenn auch durchaus mit bewaffnetem Schutz versehehen - Politik zur Förderung des Handels und zur Nutzung der im eigenen Lande vorhandenen Potentiale für eine Steigerung der Einnahmequellen des Stadtstaats Athen und zugleich des Wohlstandes seiner Bürger werden in bewussten Gegensatz zu einer in diesem Staate auch denkbaren und öfters praktizierten Politik der durch Krieg erzwungenen Tribut- oder Steuerzahlung anderer Staaten gestellt und gedanklich entwickelt. Xenophon spricht sich darin (durch den Mund des Sokrates) für ein transparentes Finanzwesen aussprach und will die Wirtschaft in den Dienst des Menschen gestellt wissen. |
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