www.weinwissen.com / Saperavi

Autochthone rote Rebsorte (Vitis Vinifera, Subspezies Vinifera Linné) aus dem Kaukasus. Sie stammt aus dem Alasani-Tal in der Region Kachetien in Ost-Georgien, weshalb die Sorte auch den Namenszusatz Saperavi de Kahetie oder Saperavi de Kachet trägt.

Synonyme: Kleinberiger, Färber, Nerki Khagog. Daneben zahlreichen Varianten in der Schreibweise wie Saparavi, Sapperavy, Sapperavi, Szaperavi, Saperaibi, Sapeavi, Scoperawi, Sapeur.

Einige Synonyme enthalten konkrete Herkunftsangaben. So weist Didi Saperavi auf Kachetien hin und Patara Saperavi bzw. Saperavi Patara auf die südwestliche lykische Küste und die antike Stadt Patara an der heutigen türkischen Ägäisküste. Nach den Ausgrabungsergebnissen der Universität Tbilisi und des Troia Projektes des Institutes für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen belegen zahlreiche am Siedlungshügel Didi Gora ausgebrabene Gräber mit ihrem Inventar auf intensive Kontakte dieser Region zur Ägäis und nach Westanatolien.

Die Sorte Ist vor allem in Osteuropa (Rumänien, Bulgarien, Armenien, Aserbeidschan) und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion bis hin nach Zentralasien verbreitet u.a. in Moldova (900 ha) auf der Krim, aber auch in Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan. Daneben findet man Saperavi aber weltweit u.a. in Australien, China, Deutschland, Frankreich, Kanada, Japan, und in den USA (New York: McGregor Vineyard Winery).

Es handelt sich um eine farbkräftige, säurereiche Rebsorte, deren Beeren ein stark rotes Fruchtfleisch besitzen, weshalb sie für Verschnitte als farbgebende Teinturier (Färbertrauben) eignen. Die Saperavi ist eine spät reifende Sorte und recht widerstandsfähig gegen den Echten und Falschen Mehltau sowie gegen Frost. Sie ist daher für den Anbau in winterkalten Gegenden gut geeignet.

Rotweine aus der Sorte Saperavi sind bekannt für ihre Langlebigkeit. Sie können durchaus mehr als 30 Jahre altern wie zum Beispiel der in Eichenfässern gereifte Mukusani aus dem Alasani-Tal in Georgien. Ein bekannter georgischer Qualitätswein auf Saperavibasis ist der Kindzmarauli. Auf der Krim wird aus Saperavi der Juschnobereschni gekeltert sowie roter Krimsekt.Aus dieser Rebsorte wurde einer der Lieblingsweine des letzten russischen Zaren Nikolaus II gekeltert, ein portweinähnlicher aufgespritteter süßer Rotwein aus Kagor auf der Krim. In manchen Weinbaugegenden wird der Grundwein auch zu Weinbrand destilliert.

Auch wird Saperavi gerne als Tafeltraube verwendet.Die Saperavi-Rebe war Kreuzungspartner bei den Neuzüchtungen Magaratsch Bastardo, Magaratsch Ruby und Saperavi Severnyi. Die meisten Kreuzungen fanden im Weinbau-Forschungs-Institut Magaratsch auf der Krim in der Ukraine statt, das 1828 von Graf Michail Woronzow gegründet wurde.

 

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