www.weinwissen.com / Poudrette

Staubdünger, abgeleitet vom franz. poudre (Pulver, Staub). Bezeichnung für eine früher weit verbreitete Art des Fäkaldüngers, der Anfang des 19. Jahrhundert aufkam und bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts in Europa in der Landwirtschaft sowie im Wein- und Gartenbau Verwendugn fand. Wurde durch Ansäuern und Trocknen von menschlichen und tierischen Exkremente gewonnen, die mit trockenen Substanzen (Erde, Torf, Kohlenpulver, Asche, Fleisch- und Kotabfall, Kehricht, Ziegelpulver etc.) gemischt wurden. Der Gehalt an Pflanzennährstoffen lag etwa bei 7 % Stickstoff und je etwa 2,5 % Phosphorsäure und Kali. Die Poudrette bildet eine dunkelschwarze pulverförmige Masse von großer Hygroskopizität und ist deshalb vor allem geeignet für Sandboden; sie kann zu jeder Pflanze und sowohl zur Saat, wie während des Wachstums verwendet werden, da sie den Wurzeln nicht schadet.

Poudrette stammte ursprünglich aus Frankreich, wo diese Art von Kunstdünger in Paris erstmals angeboten wurde. Daher der französische Namen. Da er später aber vor allem in Deutschland produziert wurde nannte man ihn auch deutscher Guano. Die erste deutsche Poudrette-Fabrik wurde bereits unter Friedrich Wilhelm III. am Berlin Tempelhofer Berge vor dem Hallischen Tor errichtet nach einem Patent von Louis Fauche-Borrel. Diese Verfahren erwies sich aber als unrentabel. Ganz anderes das Verfahren des Fuhrunternehmers Heinrich Alfes, der in Bremen das Monpol zu Fäkalienabfuhr besass und der durch die Poudrette-Produktion zu beträchtlichem Reichtum gelangte. Zunächst wurde den Exkrementen Schwefelsäure zugefügt, sie wurden dann in einem Rührwerk verarbeitet und angewärmt und in einem Verdampfapparat und weiteren Eindickapparaten durch Wasserentzug eingedickt. Der so entstandene Brei wurde schließlich gewalzt und im letzten Arbeitsgang in heißer Luft getrocknet. Die entstehenden Fäkaldämpfe wurden kondensiert, um sie nicht nach außen dringen zu lassen.

 

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