www.weinwissen.com / Raddegiggl

Auch: Rattengiggl oder Raddegaggl. Ursprünglich wohl eine aus dem Rotwelsch stammende und in die pfälzische und rheinhessische Mundart übernommen Bezeichnung für ein Schlitzohr, einen Gauner. Der Raddegiggl ist auch die Hauptfigur eines bekannten, alten Lumpenliedes. Im übertragen Sinn ist damit ein saurer und vor allem harter, auch schlechter, billiger Wein gemeint. Auch der Haus- oder Gesindetrunk wurde so genannt. Heute benutzen verschiedene Abfüller Bezeichnungen wie Raddegaggl oder Raddegiggl für einfache Marken-Schoppenweine.

Einige Beispiele für die oft sehr derben „Raddegigl-Verse“:


Dr Rattengiggl hot em Fitzegoggl
en de Rucksack neigseicht,
s ganz Butterbrot wird weich
vom Rattengiggl seim Seich.

Em Rattengiggl sei Tochter
hot a Kind wie en Aff
d’ganz Schlappagaß war baff
vom Rattengiggl seim Aff.

Em Rattengiggl sein Weib
hot ein Ranzn wie ein Faß
er wird als ganz blaß
wenn r liegt auf dem Faß.

Dr Rattengiggl der macht
jede Woch so zwölf Kend
bei dem goht des gschwend
des machn von de Kend.


Mehr darüber auf der website http://www.lumpenlieder.de/ von Liedersammler Karl Schupp in Karlsruhe.

 

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