www.weinwissen.com / Malta

Inselstaat im Mittelmeer. Zusammen mit den beiden kleineren Schwester-Inseln Gozo und Comino liegt Malta südlich von Sizilien an einer Stelle im Mittelmeer, die mehrere Jahrtausende hindurch von strategischer Bedeutung war. 93 Kilometer sind es bis Sizilien und 290 Kilometer bis zur Küste Nordafrikas. Die Insel hat eine Ausdehnung von 316 Quadratkilometern. Auf der Insel leben 358.000 Einwohner. Das entspricht 1,267 Personen pro Quadratkilometer. Somit ist Malta das am dichtesten besiedelte Land Europas und hat die dritthöchste Bevölkerungsdichte der Welt. Seit 1964 selbständige Republik und seit 2003 Mitglieder der Europäischen Union.

Auf Malta gibt es keine Berge, keinen Fluss. Die Insel besteht aus felsigen Hügeln, die meist terrassiert sind. Höchster Punkt sind. Das Klima ist heiss. Lediglich zwischen November und April kühlt es auf 14 bis 16 Grad ab. Im Winter scheint die Sonne durchschnittlich 6,46 Stunden am Tag und im Sommer 10,11 Stunden. Regen ist selten, aber in den wenigen Perioden in denen er fällt immerhin so stark, dass eine jährliche Regenmenge von 578 mm erreicht wird. Es ist eines der ältesten Weinbau treibenden Länder Europas. Die Anfänge der Weinkultur lassen sich bis in phönizische Zeit zurückverfolgen. In der wechselvollen Geschichte gab es immer wider Blütezeiten des Weinbau (unter den Griechen und Römern z.b.) und Zeiten des Niedergangs (unter arabischer und britischer Herrschaft). Die drei nach wie vor am meisten verbreiteten Traubensorten heissen mit ihren einheimischen Namen Gellewza, Gennarua und Ghirghentina (Girgentina blanche). Es handelt sich dabei um Varietäten italienischer Sorten. Die wichtigste dieser Sorten ist die weisse Girghenthina, bei der es sich vermutlich um eine Unterart der Inzolia handelt. Die rote Gellweza wird allgemein als Unterart der Mammolo angesehen. Sie werden in Buschkulturen angebaut. In den seit den 1970er Jahren neu angelegten Weinbergen werden die Rebsorten in moderner Cordon-Erziehung angebaut. Es handelt sich dabei vor allem um die vier Sorten des klassischen Bordelaiser Mischsatzes Cabernet Sauvignon, Cabernet franc, Merlot, und Petit Verdot. Dazu kommt vor allem in jüngerer Zeit Syrah auch Grenache und Carignan sowie bei den weissen Sorten Chardonnay und Sauvignon blanc.

Heute gibt es laut der offiziellen Statistik 1.000 Hektar Rebfläche, die aber teilweise auch zur Produktion von Tafeltrauben genutzt wird. Dies ist die offiziell im Aufnahmevertrag mit der EU festgelegte Hektarzahl bis 2010. Tatsache ist aber, dass seit Ende der 1990er Jahre eine Bewegung begonnen hat möglichst grosse Flächen der Insel wieder mit Trauben und Olivenbäumen zu bepflanzen um wenigstens teilweise ihr antikes Gesicht wieder herzustellen und unabhängig zu werden vom Import von Trauben. Die eigene Traubenproduktion reicht nämlich nicht aus um den bedarf der Inselbewohner und des schnell wachsenden Tourismus zu befriedigen. Deshalb werden im grossen Stil Trauben aus Italien per Kühltransport importiert und in Malta verarbeitet. Die Produktion liegt bei ca. 8,8 Mio Flaschen (2003). Im Augenblick gibt es nur die offizielle Herkunftsbezeichnung „Malta“ sowie Weine, die aus einzelnen genau definierten Weinbergen stammen. Aber es sind Bestrebungen in Gange richtige Appellationen einzuführen. U.a.. sind Gozo, Mdina, Victoria Heights, Wardija und Marsaxlokk im Gespräch. Die drei grössten Erzeuger heissen Marsovin, Delicata und Meridiana. Sie beherrschen mit ihrer Produktion mehr als 90 Prozent des Marktes. Daneben gibt es noch drei namhafte mittlere Betriebe Camilleri, Bacchus und Monte Christo.und vielleicht ein knappes Dutzend Kleinbetriebe, die aber kaum eine Rolle spielen.

 

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