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Auch: Maitrank. Maiwein, Waldmeister-Bowle. Ein seit alters her sehr beliebtes Frühlingsgetränk, für das es in der Literatur zahlreiche Rezeptvarianten gibt. Der Maitrank war ab dem 16. Jahrhundert vor allem entlang des Rheins, in Brabant und Flandern beliebt. Das Grundrezept besteht aus zwei Flaschen leichtem Rhein- oder Moselwein und einem Bündel Waldmeister ohne Blüten. Der Waldmeister wird in einer Terrine mit dem Wein übergossen. Eine halbe Stunde lang lässt man die Blätter des Waldmeisters im Wein abgedeckt an einem möglichst kühlen Ort ziehen. Danach wird der Waldmeister entfernt und die fertige Bowle ja nach Geschmack mit Zucker gesüsst und/oder mit Mineralwasser verdünnt. In einer nobleren Version wird die Bowle mit einem trockenem Sekt oder Champagner aufgefrischt, so zu sagen Mai-Bowle royale. Den typische Duft des Waldmeisters (Asperula odoratua oder Galium odoratum) kommt von seinem Inhaltstoff Cumarin, der auch in der pharmazeutischen Industrie wegen seiner physiologischen Wirkungen Verwendung findet. Da er in starker Dosierung toxisch wirkt, sollten die Enden der Stile nicht in die Bowle kommen und der Anteil von Waldmeister sollte 3 g pro Liter nicht überschreiten. Ein zu starker Cumaringehalt in der Bowle kann Kopfschmerzen verursachen. Der Geruch von Waldmeister erinnert an frisch gemähtes Gras oder Heu; denn Cumarin findet man auch in vielen Kleearten. Cumarin steht aber auch im Verdacht, bei längerer Anwendung Leberschäden verursachen zu können. Dies führte 1981 zum Verbot, Cumarin als Aromastoff Lebensmitteln zuzusetzen. In den zahlreichen bekannten und regional sehr unterschiedlichen Rezepten für Maiwein und Maibowle werden als Zutaten vor allem auch immer wieder Blätter von schwarzer Johannisbeere oder von jungen Erdbeeren genannt sowie Pfefferminze, Estragon, Pimpinelle, Thymian, Salbei Zitronenmelisse, Kerbel, Basilikum, Fenchel, Himbeersprossen, Massliebchen, Fünffingerkraut (Potentilla), Schafgarbenblätter oder Veilchenblüten. Gemeinsam ist all diesen Kräutern, Blüten und Blättern, dass man ihnen heilsame Wirkungen zuschreibt. Schon vor der ersten Jahrtausendwende, haben Bendiktinermönche die Wirkung des Maiwein entdeckt. Die früheste bekannt Erwähnung des Maiweins findet sich 854 in den Schriften des Benediktinermönchs Wandalbertus aus dem Kloster Prüm in der Eifel, der u.a. auch auf der Insel Reichenau wirkte. „Der Mai erfreut das Herz - und der Maiwein erst recht“. So schrieb der Botaniker Hieronymus Bock, genannt Tragus, im 16. Jahrhundert über den Waldmeister. Jacobus Theodorus Tabernaemontanus empfiehlt in seinem Kräuterbuch (1625) Waldmeister in Wein zur Stärkung von Leber und Herz. In der Volkmedizin wird unter anderem ihre krampflösende, blutverdünnende, beruhigende, leicht schmerzstillende und entzündungshemmende sowie leber-, herz- und venenstärkende Wirkung beschrieben. Auch in der Literatur, sowie in Volks- und Vaterländischen Liedern wird der Maiwein immer wieder beschrieben und besungen. Es blüht im Wald ein zierlich
Kraut, Nun komm hervor, du goldnes Naß Wohlauf es soll die Maiweinzeit Dem Maiwein tönt mein Lobgesang, Der englische Reisende Edward Wilberforce beschreibt in seinem Tagebuch um 1860 ein typisches süddeutsches Maifest des 19. Jahrhunderts:“Die Eisenbahn brachte ihre tausend Passagiere aus München heraus (...),und als wir ankommen, ist der Wald schon belebt mit Festgästen. (...) Tische sind aufgestellt und jemand betreibt eine Küche auf Rädern (...). An einer Stelle hat man aus Brettern ein Tanzpodium errichtet, an einer anderen steht ein Zelt, in dem später Maiwein ausgeschenkt werden soll (...). Sicherlich ist der Maiwein für viele das wichtigste am ganzen Maifest, der Trunk zu Ehren des neuen Gottes Mai, ohne welchen die Gottheit nicht gnädig gestimmt werden kann.“ Ein grosser Freund des Maiweins war auch der humoristische Zeichner und Dichter Wilhelm Busch. Der achtzehnjährige, frischgebackenen Kunststudent notiert über seine Ankunft in der Akademie in Düsseldorf „... grad zu einem jener Frühlingsfeste, für diesmal die Erstürmung einer Burg, die weithin berühmt waren. Ich war sehr begeistert davon und von dem Maiwein auch.“ In den „Zwei Briefen nach Frankfurt“ für Nanda und Letty reimte er später: „Am schönsten aber
- wißt Ihr´s noch? - Das schönste literarische Denkmal setzte aber der romantische Dichter Viktor von Scheffel (1826 – 1886) dem Maiwein mit seinem Sang vom Oberrhein „Der Trompeter von Säckingen“ (1854). Darin findet sich im 7. Stück „Der Ausritt zum Bergsee“ nachstehende Passage: „Wohlzufrieden sprach der
Freiherr: Sprach´s; sein Wort gefiel den andern, Sie enteilten, – bei den
Felsen, Einen mächt´gen Hecht, als erstes Oben ward indes ein köstlich |
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