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Auch: Urbanitag. Namenstag des Heiligen Urban, Schutzpatron der Winzer. Wird nach dem katholischen Heiligenkalender am 25. Mai gefeiert. Dieser Tag war früher auch der Zahlungstermin für die Weinbergarbeiter. Es gibt zahlreiche alte Bauern- und Winzerregeln zum Urbanstag: "Ist Sonnenschein am Urbanstag / gedeiht der Wein nach alter Sag." - "Pankraz und Urban ohne Regen, / bringen grossen Erntesegen." - "Das Wetter auf St. Urban zeigt des Herbstes Wetter an." - "Wie sich das Wetter auf St. Urban verhält, / so ist es 20 Tag bestellt." - "St. Clemens uns den Winter bringt, / St. Petri Stuhl den Frühling winkt, den Sommer bringt uns St. Urban, / der Herbst fängt um Bartholomäi an.“- "O heil´ger Urban, schafft uns Trost! Gib heuer uns viel edlen Most, dass wir Dich beneiden!" Für den Urbanstag ist durch die Jahrhunderte ein vielfältiges Brauchtum überliefert. Vor allem im 15. und 16. Jahrhundert zum Höhepunkt der sogenannten „Kleinen Eiszeit“, als der Weinbau in Deutschland unter Kälte und Regen sehr zu leiden hatte, gab es eine Vielfalt von Prozessionen, Flur- oder Bittgänge, die oftmals auch zu recht derben Gewohnheiten und Bräuchen an der Heiligenfigur führten: Brunnentaufen, Begiessungen mit weniger angenehmen Flüssigkeiten, Schmähsprüche. In diesen Sprüchen wird oft die Strafe angedeutet, die dem Heiligen bei schlechtem Wetter drohte: „...Ist aber Regen dann, so bringt`s den Reben Schaden./ Daher Urbani Bild muss in dem Brunnen baden.“ - „Urban nass – scheisst ins Fass!“ - „Wenn Urban kein gutes Wetter geit,/so wird er in die Pfütz geleit.“- „Da Urban, sauf Wasser, wir kriegen auch nichts anderes.“ Zu solch rituellen Bestrafung des Heiligen kam es dann, wenn trotz aller Gebete am Urbanstag das Wetter schlecht bzw. regnerisch war. Nach Meinung der Weingärtner und Winzersprüchen wurde ja das Wetter des ganzen Sommers durch das Wetter seines ersten Tages bestimmt. Und nach dem Volksglauben war der hl. Urban für das Wetter verantwortlich. In manchen Gegenden zogen die Kinder der Weingärtner an diesem Tag mit blumengeschmückten Puppe, dem „Urbe“, vor die Häuser der Wohlhabenden und bettelten um eine Gabe; bei Regen warfen sie die Puppe in den Marktbrunnen, damit sie Wasser statt Wein saufe. Aus Nürnberg ist der Brauch des Urbanreiten überliefert, das folgendermassen ablief: Dabei ritt ein Weinab- und -einleger, auf einem lahmen Gaul sitzend, einen bunten, mit kleinen runden Spieglein und Waldgläslein behangenen Rock anhabend durch die Stadt zu allen Weinschenken und Wirten. Ihm wurde ein Tannenbaum vorangetragen, der gleichfalls mit Gläslein und Spieglein behangen war, und nach ihm folgten die Ablader und Einleger mit grossen Flaschen über den Achseln und sammelten bei den Wirten nicht allein Wein in die Flaschen, sondern bezechten sich auch bei ihnen weidlich. Der Reitende wurde Urban genannt. Dem liefen eine Menge Buben nach und schrien: »Der Orba muss in den Trog! Der Orba muss in den Trog!« Er warf bisweilen Spieglein unter sie; wie denn auch den Wirtskindern Spieglein und Gläslein gegeben wurden. Nach diesem Einsammeln warf man den Urban in einen Trog mit Wasser und zog ihn wieder heraus. (Quelle: G. E. Waldau, Verm. Beitr. zur Gesch. der Stadt Nürnberg, II., 365) |
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Scheuermann |
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