| www.weinwissen.com / Xylella fastidiosa |
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Bakterium, das die Rebstock-Krankheit Pierce Disease und die citrus variegated chlorosis bei Orangenbäumen auslöst. Es befällt Orangenbäume und Rebstöcke und verstopft durch sein Wachstum die Xylem-Kanäle, die zur Versorgung der Pflanze mit Wasser und Nährstoffen aus der Wurzelregion dienen. Die Ursache der Krankheit citrus variegated chlorosis (CVC), wurde erst 1993 erkannt. Xylella fastidiosa lebt in den Geweben, die Wasser und Nährsalze durch die Pflanzen führen. Insekten, die sich vom Saft in diesen Leitungsbahnen ernähren, übertragen den Schädling. Befallene Orangenbäume oder Rebstöcke zeigen gelb verfärbte Blätter und produzieren nur noch kleine harte Früchte, die wirtschaftlich wertlos sind. Auch andere Obstsorten, Kaffee und Nüsse fallen dem Bakterium zum Opfer. Um den Erreger zu bekämpfen, müssen die Bauern bisher die Anlagen abbrennen und neue Plantagen oder Weinberge anlegen. Im Jahr 2000 gelang brasilianischen Wissenschaftler das Genom des Bakteriums entschlüsselt, das von Käfern und Zikaden übertragen wird. 200 Wissenschaftler arbeiteten in 34 molekularbiologischen Labors zwei Jahre lang an der Sequenzierung. Das Genom umfasst 2.679.305 Basenpaare; bereits 3.000 Gene wurden darin entdeckt, von denen bis jetzt aber nur die Hälfte in ihrer Funktion bekannt sind. Unter anderem fanden sich zahlreiche aus human-pathogenen Bakterien bekannte Gene, die offensichtlich essentiell für die Infektion von Zellen sind. Dank dieser Forschungsergebnisse können beispielsweise transgenetische Orangen oder Trauben entwickelt werden, die gegen das Bakterium immun sind. Die Entschlüsselung des Genoms liefert neue Informationen darüber, wie das Bakterium lebt und wie es die Pflanze schädigt. Solche Erkenntnisse könnten beispielsweise für die Züchtung resistenter Pflanzen nützlich sein. Wie die Forscher nun entdeckten, besitzt der Erreger beispielsweise allein 67 Gene, die ihm die Aufnahme von Eisen und anderen Metallen aus dem Pflanzensaft ermöglichen. Die Wissenschaftler vermuten, dass dieser Eisenentzug einen Teil der Krankheitssymptome auslöst. (Quelle: Nature, Bd. 406, S. 140 und 151) So haben im August 2001 amerikanische Gentechniker eine französische Merlotrebe gentechnisch so verändert, dass sie auch im sonnigen Florida wachsen kann. Forscher der Universität Florida in Gainesville schleusten zu diesem Zweck ein Gen der Seidenraupe in die Rebsorte Merlot ein, damit die Pflanze der Hitze widersteht. Extreme Hitze und feuchte Witterungsperioden machen die Rebsorte besonders anfällig für das Bakterium Xylella fastidiosa, das die Pflanze zur Gänze absterben lässt. Der jetzt genmodifizierte Merlot soll dem Bakterium jedoch standhalten. |
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Scheuermann |
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