| www.weinwissen.com / Kleine Eiszeit |
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Als kleine Eiszeit bezeichnet man ein Klimaphänomen, das sich in der zweiten Hälfte des 2. Jahrtausends abspielte. Zwischen 950 und 1250 n. Chr. herrschte in Europa ein ausgeprägtes Temperaturhoch. Das Klima war damals so angenehm, dass in England sogar der Weinanbau in Südengland boomte. Die nördliche Weinbaugrenze in Europa lag damals praktisch an der südlichen Ostseeküste. Die Wikinger besiedelten in dieser Zeit Grönland und entdeckten Amerika (Vinland). Ab 1400 n. Chr. begann das Klima sich wieder zu verschlechtern. Von 1550 bis 1850 traten extrem kalte Winter und feuchte Sommer auf. Missernten und Hungersnöte bedrohten die Bevölkerung und sorgten für Auswanderungswellen beispielsweise nach Amerika. Das Thermometer zeigte damals ein bis anderthalb Grad weniger an als heute. Oft konnte man übers Eis der Ostsee von Lübeck nach Schweden gehen oder von Kopenhagen nach St. Petersburg. Das Bodensee-Eis war so dick, dass man es mit beladenem Fuhrwerk befahren konnte. Grönland und Island waren vom Packeis umschlossen und in den Alpen setzten markante Gletschervorstösse ein. Zwischen 1800 und 1815 ereigneten sich ausserdem weltweit viele Vulkanausbrüche. Der Ausbruch des Tambora-Vulkans im Jahr 1815 war einer der stärksten in der gesamten Geschichte der Erde. Riesige Aschenmengen wurden in die Atmosphäre ausgestossen, der Himmel verdüsterte sich und die Temperaturen sanken weltweit. Das Jahr 1816 ging als das "Jahr ohne Sommer" in die Geschichte ein. Wie ein internationales Forscherteam von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften im letzten Jahr feststellte, beruhen diese Klimawechsel im Mittelalter vor allem auf minimalen Schwankungen in der Stärke der Sonnenstrahlung. Das Optimum der Strahlungsintensität - so konnten die Wissenschaftler bei ihren Untersuchungen an Eisbohrkernen nachweisen - deckte sich erstaunlich genau mit der Warmzeit um 1.000 n. Chr., das Minimum dagegen lag in der "Ära" der "Kleinen Eiszeit". Geoforscher des GFZ Potsdam stiessen bei Untersuchungen des Algenwachstums in Sedimenten von Binnenseen im Holzmaar/Westeifel auf eine Algenart, die dort nur während der Kleinen Eiszeit auftauchte und deren Auftreten an niedrige Temperaturen, verringerte Sonnenstrahlung. |
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