Von: Fernandez, Pilar

Vom: 04.04.2002


Frage: 
Wieso sind spanische Weine staerker als z.B. Weine aus Frankreich? Ein Freund von mir meinte, dass es so ist, weil die Spanier nicht so viel Erfahrung haben wie die Franzosen, und sie nicht wissen (die Spanier), wie ein guter Wein (nicht so stark an Geschmack) gemacht wird. Da ich Spanierin bin, möchte ich bitte wissen, ob es stimmt. Es ist kein Problem, wenn es stimmt. Ich trinke gerne starke Weine und denke nicht, dass es bedeutet, dass der Wein nicht gut ist.

Antwort: 

Die Alkoholstärke oder auch die Intensität des Geschmacks hat zunächst einmal mit der Qualität eines Weines nichts zu tun. Es gibt leichte, zarte Weine, die sehr gut sind und starke, opulente Weine, die ebenfalls gut sind. Ein leichter Wein kann aber auch dünn sein. Dannn ist er schlecht. Und ein starker Wein kann zu alkoholisch oder zu fett sein. Dann ist er auch nicht gut. Ein Wein mit Finesse und Eleganz ist auf seine Art gut und ein rustikaler Wein auf eine andere Art.

Spanische Weine haben im Vergleich zu Bordeaux oder Burgund z.B. einen sehr viel südländischen, mediterranen Charakter genau wie die Weine aus Südfrankreich oder Italien. Sie liegen durch die höhere Zuckergradation in den Trauben daher oft höher im Alkohol und sie zeigen oft eine reifere Frucht. Beides erhöht die Intensität des Geschmacks und erweckt den Eindruck eines "starken" Weins. Viele dieser spanischen Weine werden mit einem ähnlichen oder sogar dem absoltut gleichen Knowhow gemacht wie die Weine in Frankreich. Sie sind nicht besser oder schlechter, sondern nur anders in ihrem Charakter.