Von: Jörg Erdmann

Vom: 16.05.2003


Frage: 
Man liest ja in letzter Zeit immer viel von einem Trend zum Rotwein. Gerade junge Leute kaufen wohl mehr Rotwein, weil es ihrem Lebensgefühl entsprechen soll. Können Sie dies so bestätigen ? Oder ist dieser Trend bei weitem nicht so "trendig", wie man meinen müßte ? Welche Auswirkungen hat dies, Ihrer Meinung nach, auf so klassische Weißweingebiete wie unsere sächsischen ?

Antwort: 
Den Trend zu mehr Rotweingenuss (nicht nur in Deutschland) beobachten wir nun schon seit vielen Jahren. Dies hat zum einen Gründe, die im Lifestyle zu suchen sind, zum anderen greifen natürlich weltweit (vor allem in den USA und Asien) die positiven gesundheitlichen Aspekte des Rotweinkonsums. Ich habe erstmals Anfang der 90er Jahre darauf hingewiesen, dass die nicht ohne Auswirkungen auch auf die deutschen Weingebiete bleiben wird. Heute ist bereits ein Viertel der deutschen Rebflächen mit roten Sorten bestockt und in seinem gerade vorgelegten Jahresbericht hat der rheinland-pfälziche Weinbauminsiter drauf hingewiesen, dass in diesem Bundesland die Weissweinerzeuger Schwierigekeiten wg. eines Überangebotes hätten. Es gibt natürlich auch klimatische Gründe, die für einen veränderten Anbau sprechen. Dies könnte auf Sachsen mit seinem deutlich kontinentaleren Klima ziemlich grosse Auswirkungen haben. Ich sehe auch dort durchaus einen Trend zu mehr Rotweinanbau.