Von: Falk Steinmeyer

Vom: 31.08.2002


Frage: 
Unterschied zwischen reif und vollreif? In Bezug auf die Lese!

Antwort: 

Einen genauen oder gar gesetzlich definierten Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen gibt es nicht. Ich würde diese beiden Begriffe etwas so definieren:

Reif

Man bezeichnet so umgangssprachlich das Reifestadium bei den Trauben, das den jeweiligen gesetzlichen oder durch das Appellations-Reglement vorgeschriebenen Grad entspricht, also z.B. in Deutschland die Zuckergradation (Mostgewicht) für Kabinett, Spätlese, Auslese.

Vollreif

Eigentlich ein Pleonasmus; denn reif ist reif. Wird aber umgangssprachlich ähnlich gebraucht wie der Begriff hochreif.

Hochreif

Eine umgangssprachlich verkürzte Bezeichnung dessen, was man in der Fachsprache der Winzer die „höchst mögliche physiologische Reife bei gleichzeitig gesundem Lesegut“ nennt. Also ein Stadium, in dem alle Komponenten – Zuckergradation, Säure, Extrakte, die Gerbstoffe, die Ausfärbung der Häute etc. - eine perfekte, optimale Reife erreicht haben.

Überreif

Ein Stadium, in dem die Trauben eigentlich den Zustand der optimalen Reife verlassen haben sei es beispielsweise durch Schrumpfung der Beeren oder durch Verbrennen der Häute. Dies kann durchaus zu einer positiven Steigerung der Weinqualität führen, aber auch zu deutlichen Qualitätsverlusten durch Oxydationstöne, verbrannte Röstaromen oder zu hohen Alkoholgehalt. Im Prinzip ist dies nichts anderes als eine Art natürliche „Mostkonzentration“ durch Verdunstung am Stock.

Mehr über die vier Begriffe reif, vollreif, hochreif und überreif können Sie unter den jeweiligen Stichworten im WeinABC unserer Wein-Enzyklopädie www.weinwissen.com nachsehen.